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Hinweise für Studierende


Leitsätze zur Seminarorganisation (SoSe 2009)

  1. Die SeminarteilnehmerInnen strukturieren ihr Seminar eigenständig; der Seminar„dozent" versteht sich als „Helfer" des Seminars. Hilfe setzt jedoch Eigeninitiative der SeminarteilnehmerInnen voraus. Ohne Eigeninitiative kein Seminar, ohne Interesse (lat. „zwischen etwas sein", „an etw. teilnehmen"), kein individuelles und kollektives Lernen, keine Weiterentwicklung.
  2. Seminarlänge, Seminarpausen und Seminarinhalte können jederzeit von den SeminarteilnehmerInnen bestimmt werden.
  3. Ziel des Seminars von Seiten des Seminardozenten:
    - Fragen generieren: Interesse am Gegenstand entwickeln, Detailfragen entdecken, Problem(e) differenzieren;
    - Fragestellungen beantworten: Lösungswege finden (mit Unterstützung des Seminardozenten) und testen; Hypothesen aufstellen und plausibilisieren; Methoden und Techniken weiterentwickeln, um wiederum
    - Fragen generieren zu können.
    Bsp: Was ist Diskursanalyse? Was „Diskurs" (Theorie)? Was „analyse" (Methoden)? - Literatur recherchieren, befragen, Diskurstheorien kennenlernen, Fragen hierzu generieren, Probleme identifizieren, verschiedene Ansätze diskutieren, Möglichkeiten der methodischen Umsetzung eruieren usw.
  4. „Nicht-Verstehen" ist ein Zeichen für problematisierendes Denken, d.h. alles läuft korrekt: Wer nicht versteht, versteht. Nicht-Verstehen kann gelöst bzw. Verstehen weiterentwickelt werden, indem das Nicht-Verstandene artikuliert und in die Diskussion gebracht wird („Moment! Das verstehe ich so nicht, weil..." oder „Erklärt mir mal bitte, dass ... sein soll"). Das heißt:
  5. Es gibt keine dummen, richtigen oder falschen Aussagen im Seminar. Der Seminardozent ist nicht besser, sondern hat nur einen Zeit- und Wissensvorsprung. Ob Lehrende, ob Lernende: Wer denkt, er wisse alles, hat nichts verstanden.
  6. Es gibt keine Anwesenheitsliste. „Leistungsnachweise" bestimmen die Endnote.
  7. Leistung bemisst sich an der individuellen Befassung mit dem Seminargegenstand (Weiterentwicklung der kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten), dessen theoretische und empirische Durchdringung („Welche Theorien gibt es? / Welche Analysemethoden beherrsche ich?") und der persönlichen Positionierung („Diese Theorie/Methode finde ich (nicht) überzeugend, weil..").
  8. Formalia dienen den SeminarteilnehmerInnen, die SeminarteilnehmerInnen dienen nicht den Formalia:
    • Hausarbeiten: Formalia sollten konsistent und adressatenspezifisch sein;
    • Termine: Formalia dienen der Orientierung (Wann, was, wo, für wen, warum?);
    • Formalia gelten als Richtschnur, Ausnahmen bestätigen die Regel.
  9. Für individuelle Fragen steht der Seminardozent jederzeit gerne unterstützend zur Seite!
  10. Ein Vogel fühlt sich nicht geehrt.

Hinweise für Leistungsnachweise

  • Note der Hausarbeit / Mündliche Prüfung zählt zunächst 100% der Endnote
  • Individuelle Verbesserungsmöglichkeiten durch:
    • Jeder vernünftige Essay (2 Seiten)
    • Großes Referat (1 Stunde);
    • Beständige Mitarbeit in an der Seminars-Homepage";
    • Protokoll (zusammengefasst auf max. 2 S.);
    • Jedes Kurzreferat (max. 10-15 Minuten);
  • Benotungsskala für alle Leistungsnachweise:
    • 1: sachlich vollständig; eigene Meinung gut begründet; formal konsistent; Interpretation plausibel argumentiert
    • 2: sachlich vollständig, eigene Meinung erkennbar; formal konsistent; Interpretation plausibel argumentiert
    • 3: Wiedergabe der Inhalte; sachliche Lücken oder fehlerhaft, formal konsistent
    • 4: Kern ansatzweise vorhanden, große Lücken; formale Strukturen desorientieren
    • 5: nicht wirklich damit beschäftigt, keine Zeit gehabt o.ä.
  • Bei BA-Studierenden wird die Note am Ende relativ ermittelt (Blödsinn, aber lt. Prüfungsordnung)
  • Zu jeder Hausarbeit wird ein Kurzgutachten erstellt

Hinweise für Referate

Generell gilt:

  • Referate dienen nicht dem wiedergebenden Vortrag (und zur Schaustellung) von Wissen, sondern der Problematisierung eines Gegenstandes. Problematisierung bedeutet, dass der „referierte" Gegenstand von unterschiedlichen Seiten (Theorie, Empirie) beleuchtet wird und ein problematisierendes Resümee gezogen wird.
  • Der/Die Referierende gilt als „Spezialist" für sein Thema: er/sie kann komprimiert die verschiedenen Pro und Contras, problematischen Züge usw. mitteilen und auf Grund seiner intensive(re)n Beschäftigung individuelle Positionen zur Diskussion stellen.
  • Hat der/die Referierende etwas nicht verstanden, sollte dies im Vorfeld mit dem Seminardozenten angesprochen (und idealiter gelöst), oder es muss während des „Referats" problematisiert werden („Dies und jenes ist unklar geblieben, weil.."). Nicht-Verstehen ist keine Schande, vgl. o.

Kurzreferate:

  • sind maximal 10 Minuten lang und werden bei Gelegenheit (problemorientiert) gehalten; sie dienen eines kurzen Inputs, um Seminar und Diskussionsstand qualitativ bereichern zu können.

„Referate"

  • sind etwa eine Stunde lang, stellen die Ergebnisse der eigenen Arbeit vor und problematisieren diese.
Hinweise für Hausarbeiten
  • Formalia: 12-15 Seiten, formal konsistent
  • Ziel der Arbeit: Vorstellung eigener theoretischer / empirischer Überlegungen auf der Basis der bearbeiteten Literatur / Quelldaten.
  • Leitfrage: Was interessiert(e) mich unter diesem und jenem Aspekt?
  • Abgabe aller Hausarbeiten bis zum vereinbarten Termin (bei Frau Kohlhaas); Verschiebung des Abgabetermins nur vor dem zuletzt vereinbarten Abgabetermin möglich!

Hinweise für mündliche Prüfungen

  • Wird eine Hausarbeit geschrieben, dient diese als Grundlage für die mündliche Prüfung; die Note der mündlichen Prüfung wird mit den Zusatzleistungen verrechnet.
  • Gegenstand der mündlichen Prüfung ist:
    • Zuerst: die eigene, begründete Meinung;
    • Dann: die Wiedergabe von Gegenstandswissen;
    • Überblick über Theorie und Praxis des Seminargegenstands (sowie Kenntnis der Linguistik-Grundlagen aus der Einführung)
    • Sofern eine Hausarbeit die Grundlage bildet: Vorstellung des Inhalts und Verteidigung der eigenen Position (Streitgespräch).
    • Methoden zur Lösung und Generierung von Fragestellungen (Nachschlagewerke, Recherchemöglichkeiten, Ansprechpartner usw.).
    • Zeigen Sie, dass und welche Seminar- oder Literaturinhalte Sie besonders interessiert haben, mit welchen Sie nicht übereinstimmen, wo Sie Probleme sehen;


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